Abends regnete und stürmte es noch eine ganze Zeit aber im Schlafsack eingemümmelt konnte ich verhältnismäßig gut schlafen. Nur um vier drückte die Blase und ich musste raus.
Antigua war da noch oder schon wieder hell erleuchtet.
Dem Windschutz sei Dank, geht der Abbau auch relativ unkompliziert von der Hand. Kurz nach halb acht geht es dann über den Kammweg weiter.
Der Wind peitscht immer wieder so heftig, dass ich die Kaputze überziehen muss. Immerhin trocken und hier und da kommt sogar ein Sonnenstrahl durch die Wolkendecke. Auch das Knie arbeitet wieder fast ohne Wehklagen mit.
Am Mirador Guize y Ayose übersehe ich Mal wieder den Wegweiser und folge dem breiten Pfad den steilen Berg hinauf. Halberlei rechtzeitig merke ich den Fehler. Der GR131 ist dann tatsächlich nur ein anfangs ziemlich überwucherter Singletrail.
Er windet sich noch einmal schön durch die Landschaft bergab bis es auf Straßen weiter geht.
In Valle de Santa Ines stocke ich schon einmal die Vorräte im Minisúper La Chocita II auf. Das Kartenterminal macht allerdings faxen. Selbst mit eingesteckter Karte läd und läd es aber es passiert nichts. Auch ein Neustart löst das Problem nicht direkt. Er testet es mit seiner Karte und da geht es. Ich suche schon das Bargeld aber er will sich nicht geschlagen geben und tatsächlich klappt es noch.
Als Entschädigung bekomme ich noch eine kleine Süßigkeit zugesteckt.
Auf dem Weg hinüber nach Llanos de la Concepcion treffe ich auf ein Ehepaar die sagen sie kommen aus dem Center of the Universe Oookay denk ich :D Ein britischer Spassvogel.
Sie wandern den GR131 von Nord nach Süd und kommen nicht nur aus der Bar, die ich ansteuere, sondern haben wohl auch in der selben Unterkunft genächtigt, in der ich heute bin. In Anbetracht der Anzahl an Optionen aber eigentlich sogar relativ wahrscheinlich.
Da ich heute mehr als genug Zeit habe und noch nicht so richtig hungrig bin, lege ich bei der Kirche noch einen Stop ein. Um 12 Rum geht es in die Bar.
Ich entscheide mich für die Carne de Cabra und eine Flasche Bier. Wie schon bei dem Café von gestern hängen hier diverse "locals" rum. Immer Mal wieder stößt jemand dazu und ein anderer fährt von dannen. Die Getränkepreise sind wie schon im Café spottbillig. Fast alles für 1-2€.
Auch das Essen ist mit 13€ sehr niedrig bepreist. Im Vergleich zu Morro Jable kosten die Papas Arugadas hier auch nur 4€.
Das Ziegenfleisch ist zwar soweit schmackhaft aber das absuchen der Knochen und viele Fett machen es mühsam. Da hätte ich doch besser wie mein Tischnachbar den Thunfisch genommen.
Die letzten 8km geht es lange einer Straße folgend an der diverse freistehende Häuser mit teils riesigen Grundstück anliegen. Ungewohnt aber Platz ist hier ja da. Durch den doch eher monotonen Weg verpasse ich die Abzweigung und muss ein paar extra Meter machen. Es geht noch einmal über eine Piste. Hier ist es dann wirklich Mal unwirtlich. Nichtsdestotrotz erschließen sich auch hier Menschen diesen Lebensraum.
Die letzten Kilometer sind dann wirklich zäh. Ein Highlight ist eine der wunderhübschen alten Mühlen. Diese lockt auch diverse Touristen in ihren Autos an die kurz für ein Foto rausspringen und weiterfahren.
10Minuten vor der Unterkunft hält ein junger Mann mit Transporter an und fragt ob er mich mitnehmen könne. Super nett aber ich bin ja hier zum wandern und auch gleich da.
Der Deutsche von gestern hatte auf Fuerteventura Mal 1-2 Stunden vergeblich versucht zu trampen als er den Bus verpasst hatte. Ob ich da einfach so fertig hergetrottet bin ? :D
Kurz vor dem Ziel steht ein größerer Hund im Wege und ein anderer fängt an zu bellen. Das fehlt natürlich 200m vor dem Ziel. Dankeswetterweise trollt er sich ein Stück neben die Straße von wo er mich beäugt und einmal wufft.
Die Gastgeberin heißt mich willkommen und nachdem sie nur un poco ingles und ich wohlwollend un poco espanol spreche hangeln wir uns so durch. Alles sehr nett. Auch wenn ich gestern zwangsgeduscht worden bin tut so eine richtige Dusche inkl. Seife dann doch Mal wieder gut.