Beim Zeltaufbau hatte ich den Platz für die Apsis verplant und der notdürftige Behelf mittels Steinen funktionierte nur bedingt. So wurde das immer wieder vom Wind aufgeblasen oder gegen Innenzelt gedrückt. Auch sonst zerte und drückte der Wind unermüdlich am Zelt. Das sorgte dann wieder für eine Nacht ohne längere Schlafphasen.
Als ich um halb sieben zum Wasser lassen das Zelt verlasse entschädigt mich eine spektakuläre Aussicht.
Ich packe dann auch relativ zeitnah alles zusammen. Mit bedauern muss ich dabei feststellen, dass ich offenkundig eine leere Wasserflasche verloren habe. Sollte unterwegs auf Plastikmüll treffen, so nehme ich mir vor diesen als Ausgleich einzusammeln.
Um 7:20 geht es weiter auf dem Kamm.
Der Wind fegt schon wieder unermüdlich und ich hab drei Lagen an. Die Aussicht ist allerdings grandios. Beim absteigen macht sich dann das rechte Knie bemerkbar. Oh je.
Irgendwann erspähe ich einen grünen Fremdkörper in der Landschaft und es wird klar da Zelten doch welche! Die starten aber scheinbar Grad erst in den Tag und haben kein rechtes Interesse an mir.
Auf dem Weg füllt sich der Beutel immer mehr mit Plastik und so kann ich meinen Frevel zumindest etwas gut machen.
In Pajara angekommen steuere ich zunächst den Spar an. Anschließend geht es in ein Cafe wo es für sagenhafte sechs Euro Kaffee und ein riesen spanisches Sandwich gibt.
Man kennt und trifft sich hier offenkundig und so ist es ein reges Hola, ¿Que tal?
Mit meinem spanisch komme ich leider weiterhin nicht weit..
Da es weiterhin Warnungen vor Wind gibt und es auch regnen soll, entschließe ich mich für morgen doch schon ein Apartment zu buchen.
Das Örtchen wirkt ganz nett aber all zu lange nehme ich mir doch nicht Zeit.
Auf einer Piste geht es Ortausauswärts. Anschließend geht der Weg in einen schönen Pfad über. Auch hier gibt es immer wieder nette Rastplätze.
Das Knie zwickt vermehrt und ich raste oft.
Trotzdem plane ich den Abstecher zu
Arco de las Peñitas zu machen.
Hinzu kommt noch das der nach komoot gesperrte Weg frequentiert wird und ich damit etwas abkürzen könnte.
Dann kommt aber urplötzlich der Regen - und wie. Im Zusammenspiel mit starken Winden bin ich in Null Komma nix durchweicht. Schnelll den Rucksack eingepackt und dann meinem Schicksal ergeben. Der Abstecher allerdings wird gestrichen.
Es überholt mich ein deutsches Paar und der Mann fragt ob den Gr131 laufen würde, er habe diesen vor einiger Zeit von Norden aus auch begangen. Wir unterhalten uns kurz bis sie zur Bushaltestelle abbiegen.
Am großen Barbecue und Kinderspielplatz angekommen ist es Grad Mal kurz nach fünf.
Zelten ist hier wie so oft entlang des Weges noch einmal explizit verboten. Bei der Schutzhütte oben auf dem Kamm steht das immerhin ja so nicht =} Die Lage aber natürlich wieder ziemlich exponierte Lage.
Um kurz nach sechs breche ich doch auf. Es zieht sich nach kurzer Zeit wieder zu und Regen setzt ein. Richtig geht es dann los als ich eine windgeschützte Stelle für mein Zelt ausgemacht zu haben gedenke. Hastig platziere ich die Unterlegplane und packe schon das Gestänge aus aber so wirklich hinreichend Platz ist das hier nicht. Derweil regnet es wieder so stark, dass sich bereits Pfützen auf der Plane bilden..
Rolle rückwärts alles wieder eingepackt und weiter.
An der Hütte muss ich feststellen, dass das "Dach" eher rudimentären Regenschutz bietet. Die massive Wände blockieren den Wind dafür wunderprächtig. Leider passt mein Zelt nur auch dort nicht neben die Bänke und die Heringe kommen nicht in den Boden.
Frustriert packe ich wieder ein und bin schon drauf und dran noch einmal zurück zum Barbecue Platz abzusteigen. Ich schaue mich noch einmal um und finde tatsächlich durch eine Steinmauer vor dem Wind geschützt einen hinreichend großen Platz. Auch die Heringe lassen sich in den Boden bringen.
Wenn da nur nicht wieder Wind und Regen erstarken würden.. Wild entschlossen baue ich zuerst Außenzelt und dann das Innenzelt auf. Das hat doch halberlei geklappt und jetzt liege ich hier mit den ganzen komplett durchnässten Sachen während es einfach nicht aufhören will zu regnen.