Da die Rezeption erst ab 10 geöffnet ist habe ich noch einen Grund weniger mich zu beeilen.
Anstelle dessen probiere ich noch etwas am Radl
herum und es fährt erfreulich geräuscharm beim Test.
Schnell bezahlen und dann geht es um kurz nach 11 los.
Sobald wieder richtig Belastung auf die Pedale geht das knarzen aber doch wirder los.
Zunächst geht es nach Ostende.
Dort führt der Weg ganz nett am Meer entlang.
An dem riesigen Strand ist fast nichts los aber bei dem Wetter nachvollziehbar.
In Middelkere erstehe ich noch einen Robben Magneten, bevor es ja schon wieder aus Belgien geht. Das war doch ein äußerst kurzes Intermezzo.
Entlang eines weiteren Kanals geht's nach Nieuwpoort bis ich auf ein Monumentaldenkmal stoße, das König-Albert-I-Denkmal.
Hier wurde 1914 die Deutsche Invasion durch Überflutung der Yserebene zum Halt gebracht.
Wie gewohnt geht es an einem Kanal zur nächsten Stadt. Veurne hat einen netten historischen Stadtkern.
Für mich geht es aber nahtlos weiter Richtung Frankreich.
Der Grenzübergang ist auch hier nur minimal gekennzeichnet. Fortan bewege ich mich auf dem Velo Maritime.
Da ich ja nun in Frankreich bin muss natürlich ein Baguette her. Vor Dunkerque plünder ich den ersten Carrefour am Wegesrand. Ein französisches Ehepaar, das inzwischen auf E-Bike umgesattelt hat, spricht mich am Parkplatz an und erzählt ein wenig wo sie früher rumgedüst sind.
So ein kurzer Schnack ist doch immer ganz kurzweilig und sollte da wohl auch wieder etwas offener sein.
Die Croissants sind ein ziemlicher Flop hoffentlich ist der Rest nicht genauso mies.
Ursprünglich wollte ich +-20km nach/hinter Calais aber auf Mails reagiert irgendwie niemand und mal ihre Rezeptionszeitem anzugeben wäre wohl auch zu naheliegend?!
Sonderlich gut vorran bin ich dann auch nicht gekommen und so plane ich bei kurzer Rast in Dunkerque um. Ich verlasse den Velo Maritime bereits wieder und folge lieber direkt dem Canal de Bergues zum auserkorenen Campingplatz
Die Sonne knallt mittlerweile erbarmungslos und
Ich wechsel nun doch erstmals auf das Kurzarm-Trikot.
Der schöne Weg wird dann unverhofft zur übelsten Ruckelpiste. Hier ein Flicken, da ein Loch dort ein Flicken über dem Flicken über dem Flicken.
Bergues hat eine tolle alte Stadtmauer die sich insbesondere im Zusammenspiel mit dem Wasser sehen lassen kann.
Auf den letzten Kilometern legt der Wind nochmals zu und ich mühe mich redlich ab.
Am Campingplatz werde ich von meinem Namensvetter freundlich in Empfang genommen und bekomme noch einen Tisch und Stuhl gebracht.