Draussen ist noch alles nass und der Himmel grau.
Wie befürchtet hat der Schlauch über Nacht die Luft wieder verloren.
Ein Kaffee zur Stärkung und dann geht es an die Arbeit. Nach zähem ringen schließlich den Reifen abgezogen bekommen. Finden lässt sich am Schlauch so ohne weiteres kein Loch. Im Mantel ist nur etwas Dreck aber das war's.
Ich ziehe den neuen Schlauch ein und hoffe aufs beste.
Viertel vor Elf geht's los und es rollt sehr gut :)
Auch das knarzen ist deutlich weniger. Vielleicht der Regen, die Reinigung der Ritzel, die Steckachse oder einfach weil es auf dem Kopf stand. Wer weiß.
Es geht zur Somme Bucht.
Wie es der Zufall will kreuzt sogleich die historische Bahn Chemin de Fer de la Baie de Somme meinen Weg.
Am Leuchtturm Le Hourdel verleitet mich eine Bank zum bleiben. Einiges los. Bei den Souvenirs werde ich natürlich schwach und die Robben bekommen Zuwachs.
Kurz darauf sehe ich den ersten Bunker bzw. den Überresten dessen. Bei Flut wird der Betonklotz mittlerweile vom Meer umspült und manchmal tummeln sich dort auch die Seehunde.
Nun geht es wunderbar entlang des Meers.
So habe ich mir das ausgemalt.
Das nächste Örtchen hat, wie so einige, auch schon bessere Tage gesehen. Tourismus sollte es hier ja eigentlich genug geben.
Nach dem ersten knackigen Anstieg mit bis zu 12% Steigung werde ich mit einem 1a Rastplatz mit Aussicht belohnt. Da sich nun auch die Sonne durchsetzt nutze ich die Chance und trockne erstmal den ganzen Krams.
Mers les bains und der Beginn der Alabasterküste sind ein herrlicher Anblick. Eine weitere rasante Abfahrt und ich bin an der Promenade. Die Häuser dort machen richtig was her.
Dieppe ist dann eine regelrechte Großstadt. Damit hatte ich nun nicht gerechnet. Es herrscht reges Treiben und mit dem Rad ist es eine Qual. Ich muss noch Abendessen einkaufen und der anvisisertr Carrefour liegt mitten auf der Einkaufsstraße. Das ist mir doch etwas zu sketchy und ich irre zu einem etwas weiter ab vom großen Trubel.
Nach einem weiteren mühsamen Anstieg lande ich bei einem Panoramaparkplatz mit Blick auf Pourville sur mer.
Noch einmal eine rasante Abfahrt, kurz durch das Örtchen und schon geht es wieder hinauf.
Die letzten Kilometer ziehen sich dann durch die Höhehnmeter noch aber irgendwann kommt man immer an.
Der Campingplatz ist terrassiert und ziemlich voll.
Da sind mir die Plätze wo es natürliche Trennungen durch Hecken oder Bäume gibt doch lieber.
Für 12,86 will ich aber Mal nicht meckern.
Neben neuer Sanitäranlagen bekommt man dafür noch einen Pool, Livemusik und Food Trucks.